Theo Jörgensmann
alto clarinet
Albrecht Maurer
violin, voice, riq
Metropolis Part 1 – 11 is composed by Theo Jörgensmann & Albrecht Maurer
except * composed by Albrecht Maurer
and ** composed by Theo Jörgensmann.
CATALOG nemu 038
E
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Recorded March 2024 at Evangelische Kirche Lohmar Honrath. Recorded, edited and mastered by Albrecht Maurer. Cover design: Albrecht Maurer. Cover photo: Screenshot from Metropolis by Fritz Lang. Produced by Albrecht Maurer. GEMA P + C 2026
All rights reserved. Made in Germany.
Nemu Records, Wolkenburgstr. 25a
53797 Lohmar
The 1926 film *Metropolis* is set in the year 2026, so this year is the perfect time to draw inspiration from it once again and create this new music.
„This music with the line up of alto clarinet, violin and voice, which is exceptional for improvised music, is a musical adaptation of "Metropolis" by Fritz Lang, the third part of the triology "Honored Ancestors" dedicated to the works of past German artists. The first part was the CD "Melencolia" by the painter Albrecht Dürer. The second part was the CD "Hymnen an die Nacht" by the poet Novalis.“
Theo Jörgensmann
I met Theo Jörgensmann in 1992 during rehearsals for the world premiere of *Ritual para un ciervo muerto* by María de Alvear. We jammed spontaneously backstage and arranged to meet up for a session. This encounter led to me soon becoming a member of the Werkschau Ensemble, led by Theo Jörgensmann. Since then, we have played together in a wide variety of projects. We also met time and again for duo concerts, resulting in the CDs ‘Melencolia’ (Nemu 011) and ‘Hymnen an die Nacht’ (Nemu 019).
In March 2024, we came together once again to make further recordings and bring Theo’s plan for a trilogy to fruition: three albums, each inspired by a work of art from the past. Following a painting by Albrecht Dürer and a cycle of poems by Novalis, he now suggested Fritz Lang’s silent film *Metropolis*. We watched this masterpiece again and immersed ourselves in the atmosphere of the film, which has lost none of its relevance in almost 100 years. Then we recorded this album, this time in the Evangelical Church in Lohmar Honrath, near Cologne. We improvised freely, our thoughts centred on the inner images the film had evoked in us. There was no concept of programme music, and yet, here and there whilst playing, I had a specific scene in mind – and perhaps Theo did too, though possibly not the same one. Moved by the film’s magnificent imagery, we were carried along by the recordings. One sentence sums up the film: “The heart must be the mediator between the brain and the hands.” This sentence resonates, is ideal for our approach, and also serves as the inspiration for our music. After that, we let the recordings rest and, for some reason, lost sight of them—or rather, lost track of them.
But then I heard of the sudden death of Theo Jörgensmann, my dear colleague, friend and also spiritual mentor, who helped me enormously in the 1990s to find my artistic path. Ever since, I have been having inner conversations with him and letting his very optimistic and positive nature inspire me. “You’ll see, improvised music will grow in importance” is one of his typical phrases, but also: “We must find our way back to true emotionality, otherwise our music has no meaning”. Today I believe that Theo, too, was a mediator of the heart between the mind and the hands. He carried within him the world of the working class from his childhood in Bottrop and became one of the leading voices in German jazz – with visions of a possible art music and a freer society. His death leaves a void within me. But I also feel the desire to turn to Theo and bring our joint playing to life once more by producing and releasing this very personal album. Today I know of yet another reason why this CD should not be released until 2026, for that is the year in which the film Metropolis is set.
Albrecht Maurer March 2026
CATALOG nemu 038
D
Der Film *Metropolis* aus dem Jahr 1926 spielt im Jahr 2026, daher ist dieses Jahr der perfekte Zeitpunkt, um sich erneut davon inspirieren zu lassen und diese eigenständige Musik zu komponieren.
„Diese Musik mit der für improvisierte Musik ungewöhnlichen Besetzung aus Altklarinette, Violine und Gesang ist eine musikalische Adaption von Fritz Langs *Metropolis*, dem dritten Teil der Trilogie *Ehrwürdige Vorfahren*, die den Werken vergangener deutscher Künstler gewidmet ist. Der erste Teil war die CD *Melencolia* des Malers Albrecht Dürer. Der zweite Teil war die CD *Hymnen an die Nacht* des Dichters Novalis.“
Theo Jörgensmann
Ich lernte Theo Jörgensmann 1992 bei Proben zur Uraufführung von Ritual para un ciervo muerto von Maria de Alvear kennen. Wir jammten spontan hinter der Bühne und verabredeten uns für eine Session. Diese Begegnung führte dazu, dass ich schon bald Mitglied des von Theo Jörgensmann geleiteten Werkschau Ensembles wurde. Seitdem haben wir in einer Vielzahl von Projekten gespielt. Immer wieder trafen wir uns auch zu Duo-Konzerten und es entstanden die CDs „Melencolia“ (Nemu 011) und „Hymnen an die Nacht“ (Nemu 019).
Im März 2024 kamen wir erneut zusammen, um weitere Aufnahmen zu machen und Theos Vorhaben einer Trilogie umzusetzen: drei Alben jeweils mit Bezug zu einem Kunstwerk der Vergangenheit. Nach einem Gemälde von Albrecht Dürer und einem Gedichtzyklus von Novalis schlug er nun den Stummfilm Metropolis von Fritz Lang vor. Wir sahen uns dieses Meisterwerk erneut an und tauchten in die Atmosphäre des Films ein, der in knapp 100 Jahren nichts an seiner Aktualität verloren hat. Dann nahmen wir dieses Album auf, diesmal in der Evangelische Kirche in Lohmar Honrath, in der Nähe von Köln. Wir improvisierten frei und waren in Gedanken bei inneren Bildern, die der Film bei uns ausgelöst hat. Es gab nicht das Konzept einer Programmmusik und doch hatte ich hier und da beim Spielen eine konkrete Szene im Kopf, während ich spielte und Theo vielleicht auch, nur möglicherweise nicht dieselbe. Bewegt von den großartigen Bildern des Films wurden wir durch die Aufnahmen getragen. Ein Satz ist die Quintessenz des Films "Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein". Dieser Satz klingt nach, ist Ideal für unser Handeln und steht auch Pate für unsere Musik. Danach haben wir die Aufnahmen ruhen lassen und aus irgend einem Grund aus den Augen beziehungsweise Ohren verloren.
Doch dann hörte ich vom plötzlichen Tod Theo Jörgensmanns, meines wertvollen Kollegen, Freundes und auch geistigen Vaters, der mir in den 90ern enorm half, meinen künstlerischen Weg zu finden. Seitdem halte ich innere Dialoge mit ihm und lasse mich von seiner sehr optimistischen und positiven Art innerlich anstecken. „Du wirst sehen, die improvisierte Musik wird an Bedeutung gewinnen“ ist einer seiner typischen Sätze, aber auch: „Wir müssen wieder zur wahren Emotionalität zurückfinden, sonst hat unsere Musik keine Bedeutung“. Heute denke ich, dass auch Theo ein Mittler des Herzens zwischen Hirn und Händen war. Er trug aus seiner Bottroper Kindheit die Welt der Arbeiter in sich und wurde eine der führenden Stimmen im deutschen Jazz – mit Visionen einer möglichen Kunstmusik und einer freieren Gesellschaft. Sein Tod hinterlässt eine Leere in mir. Aber ich fühle auch den Wunsch, mich zu Theo hinzuwenden und unser gemeinsames Spiel erneut zum Klingen zu bringen indem ich dieses sehr persönliche Album produziere und veröffentliche. Heute kenne ich noch einen weiteren Grund, warum dieses CD erst im Jahr 2026 erscheinen sollte, denn es ist das Jahr, in dem der Film Metropolis spielt.
Albrecht Maurer März 2026